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Schlagwort: Diplomatie

DevBlog: Hinterzimmer-Politik

Hi, mein Name ist Andrea! Ich bin die Game Designerin des Diplomatie-Features. Ich bin seit Januar 2018 im Anno-Team, also recht neu. Da ich mit Anno aufgewachsen und mit Anno 1602 gestartet bin als es herauskam, bin ich total begeistert, jetzt an der Serie selbst zu arbeiten! Wie cool ist das denn?

Ich liebe City-Builder, Management-Games und Adventures im weitesten Sinne. Zuletzt habe ich They Are Billions, Project Highrise, The Red Strings Club und Deltarune gespielt.

Das 19te Jahrhundert und Hinterzimmer-Politik
Eine Metropole aus dem Nichts zu erschaffen ist eine Sache. Es zu tun, während man sich mit anderen Charakteren um Territorien duelliert, ist das Markenzeichen von Anno. Auf eurer Reise durch die Welt der Anno-Variante des 19. Jahrhunderts werdet ihr vielen unterschiedlichen, ehrgeizigen, und auch vielschichtigen Persönlichkeiten begegnen. Wollt ihr profitable Handelsrechte etablieren, oder ihnen wie ein rücksichtsloser Kriegstreiber entgegentreten und sie ausschalten?

Um der Welt von Anno 1800 Leben einzuhauchen, hat nicht nur jeder Charakter eine Beziehung zum Spieler, sondern auch zu den anderen künstlichen Intelligenzen. Die Beziehungen reichen von Liebesdreiecken bis hin zu tiefsitzendem Hass.

Jeder Nicht-Spieler-Charakter, der die Inselwelt besiedelt, hat seine oder ihre eigene Persönlichkeit. Unser Diplomatie-System erlaubt es euch, mit ihnen auf unterschiedliche Arten zu interagieren: Entweder ihr schmiedet Allianzen oder führt unerbittliche Kriege.

Wie wird man sich an Dich erinnern? Anno1800’s Reputations-System
Unser System funktioniert auf Basis des Rufs, welcher die Beziehung unter den verschiedenen Zweiten Parteien  und auch den unbarmherzigen Piraten darstellt. Neutrale Fraktionen sind eine Ausnahme, da sie nicht in direkter Konkurrenz zum Spieler stehen. Deswegen stehen sie außerhalb des Diplomatie-Systems.

Der Ruf bezeichnet aber nicht nur die Beziehung zum Spieler, sondern auch das Verhältnis dieser Nicht-Spieler-Charaktere untereinander. Der Ruf selbst ist ständig in Bewegung. So werden zum Beispiel aggressive Aktionen eines Charakters die Meinung eines anderen Charakters beeinflussen, der von einer friedlichen, wohlhabenden Utopie träumt. Umso länger die Partie andauert, desto wahrscheinlicher, dass diese beiden Charaktere ihre Verträge brechen und sogar in den Krieg gegeneinander ziehen werden.

Der Ruf ist ebenfalls der entscheidende Faktor bei jeder diplomatischen Aktion im Spiel. Diese erlauben euch, unterschiedliche Verträge mit den Zweiten Parteien und den Piraten zu vereinbaren.Hier einmal eine kleine Übersicht über unser Diplomatie Fenster.

Krieg anzetteln oder Allianzen formen – Verträge
Es gibt vier unterschiedliche Verträge in Anno 1800. Die Wahrscheinlichkeit, sich auf einen Vertrag zu einigen, hängt vom Ruf zwischen den Charakteren ab, und auch von deren Persönlichkeit. Ein unkomplizierter Kontrahent wird weitaus schneller einem Handelsvertrag zustimmen als ein selbstsüchtiger Industrie-Baron. Schauen wir es uns im Detail an:

“Allianz” – Alliierte werden eure Schiffe und Häfen beschützen, wenn sie angegriffen werden. Wenn ihr jemandem den Krieg erklärt, werden eure Alliierten euch in den Krieg folgen. Eine Allianz zu bilden erfordert üblicherweise einen sehr guten Ruf bei der entsprechenden Fraktion.

„Handelsrechte“ – Dieser Vertrag ermöglicht es euch, mit dieser Fraktion zu handeln, also Güter einzukaufen oder zu verkaufen. Er ist leichter zu erreichen als eine Allianz.

„Frieden“ – Der Frieden bewirkt, dass beide Parteien einander nicht angreifen können. Krieg kann aber jederzeit erklärt werden.

„Krieg“ – Wenn Krieg erklärt ist, können eure Schiffe alle Schiffe des Gegners angreifen, sowie auch deren Gebäude. Handelsabkommen und Allianzen werden sofort beendet. Alliierte eures neuen Gegners werden ihn nun auch im Krieg gegen euch unterstützen. Prüft also genau, wen ihr euch tatsächlich zum Feind machen würdet!

Zusätzlich gibt es Vereinbarungen wie „Waffenruhe“ im Spiel, auf die man sich nur für eine begrenzte Zeit einigt. Während eine solche Vereinbarung anhält, sind beide Parteien außer Stande, Krieg gegen den anderen zu erklären. Sie können nicht gebrochen werden, bevor die Zeit abläuft. Sehr hilfreich also wenn ihr wisst, dass eine Kriegserklärung des brutalen und doppelgesichtigen Alonso in den nächsten Minuten euch wirklich gar nicht in den Kram passen würde.

Familienbande und Beliebtheitswettbewerbe – Einen Vertrag beschließen

Die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Verhandlung ist vom Ruf abhängig. Meistens ist es im Interesse des Spielers, eine möglichst gute Beziehung zu den anderen zu haben. So erhöhen sich die Chancen beim Verhandeln von Handelsrechten und Allianzen.

Die andere Partei könnte direkt zusagen, oder ablehnen. Als dritte Möglichkeit könnte euer Gegenüber aber auch zusätzlich Geld verlangen, bevor er zustimmt. Das hängt von den Charaktereigenschaften des Verhandlungspartners und seiner oder ihrer eigenen Hemmschwelle dieses Vertrags ab.

Der Charakter könnte aber auch *euch* nach einem besseren Vertrag fragen, ganz von sich aus. Dies wird natürlich eher mit freundlichen Charakteren passieren, die durch diesen Vertrag vorankommen wollen – oder die nur sich selbst schützen wollen, beispielsweise durch einen Nicht-Angriffs-Pakt.

Bei allen Entscheidungen, je nachdem, ob es um eine militärische oder wirtschaftliche geht, werden die Diplomatie-Parteien bedenken, wie viel stärker oder schwächer sie im Vergleich zu euch sind. Freundliche und leichte Charaktere werden nicht so genau drauf schauen, wie viel wohlhabender sie sind, wenn sie über Handelsrechte mit euch nachdenken. Starke und strenge Charaktere dagegen werden es sich ganz genau überlegen, ob sie eurem Friedensangebot zustimmen, und das nur tun, wenn sie euch weit unterlegen sind.

Diplomatische Aktionen – Den Ruf beeinflussen

Also, wie beeinflusst man denn jetzt den Ruf der anderen Parteien zu einem selbst? Es gibt vier direkte Wege:

  1. Schmeicheln – Ein Kompliment hier, ein Kompliment da… Übertreibt es nur nicht, denn irgendwann kann euer Gegenüber euer Geschleime nicht mehr hören und wird euch sogar weniger mögen.
  2. Beleidigen – „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.“ Nun ja, vielleicht möchtet ihr, dass der andere euch den Krieg erklärt. Dann seid ihr zumindest nicht schuld und die anderen Charaktere werden euch nicht dafür rügen!
  3. Geschenk anbieten – Wer würde kein Geldgeschenk annehmen? Nun, manche Charaktere in Anno 1800 mögen den Gedanken an Bestechung wirklich nicht. Bei ihnen werdet ihr mit Geld nicht weit kommen.
  4. Eine Quest erfüllen – Für manche zählen Taten mehr als Worte. Erledigt eine Quest für sie, um ihre Gunst zu gewinnen. Aber bloß nicht mittendrin aufgeben oder versagen! Das würde euer potenzieller neuer Freund gar nicht gut finden.

Neben diesen direkten Aktionen gibt es auch noch weitere passive, sagen wir “versteckte” Aktionen. Deswegen werden wir hier auch nicht zu viele Beispiele verraten…

Artur Gasparov, der visionäre Architekt, wird es lieben, wenn ihr ein beeindruckendes Museum errichtet. Auf der anderen Seite wird es ihm gar nicht gefallen, wenn ihr viele Fabriken baut – Verschmutzung ist eine abscheuliche und abstoßende Sache für Artur.

Als Visionärer Architekt und dazugehöriger Schöngeist ist Gasparov kein großer Fan von unseren häßlichen Backsteinfabriken.

Alonso, der kriegshungrige Wahnsinnige, wird euch mehr und mehr mögen, wenn ihr in den Krieg gegen andere zieht. Beryl O’Mara, die Lady des organisierten Verbrechens, wird es hingegen gar nicht freuen, wenn ihr Krieg gegen ihren Schützling Willie Wibblesock anfangt.

„Ihr erklärt meinem Willie den Krieg? NICHT MIT MIR“ Charaktere in Anno 1800 pflegen Beziehungen und Fehden untereinander.

Was für eine Sorte Diplomat seid ihr in den Anno-Spielen? Möchtet ihr mit allen befreundet und alliiert sein, oder nur mit manchen, die ihr mögt? Oder reizt euch die Herausforderung des Krieges und ihr wollt mit allen kämpfen? Erzählt es uns in den Kommentaren!

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