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Kategorie: DevBlog

DevBlog: Investoren

Was gibst Du einer Person, die schon alles besitzt, was man sich nur vorstellen kann?

Ob nun bereits reich geboren oder nicht – am Ende macht es keinen Unterschied. Heute ist vor allem Geld das Ticket in die obere Gesellschaft. Der Investor ist der wahre industrielle Motor, jemand der an harte Arbeit glaubt, gleichzeitig charismatisch und unbarmherzig. Diese neue Klasse ist Reich aus einem guten Grund.

Sein Leben ist erfüllt von Champagner, herausgeputzten Motorwagen und Partys in den Klubhäusern der feinen Gesellschaft. Er ist getrieben von beispiellosen Erwartungen an Überfluss und Qualität. Nichts ist jemals genug, es geht noch mehr und noch mehr! Sobald die Diener das Frühstück abgeräumt haben, schnappt er sich die morgendliche Zeitung. Aktien und Wertpapiere fallen schon wieder im Wert; ein Skandal über die Affäre einer feinen Dame und einem Postboten. Er fühlt sich unausgefüllt und leer.

Sein Leben benötigt eine Bedeutung. Etwas um sein Gewissen zu beruhigen. Wohltätigkeit, Philanthropie! Ein großes Projekt wird Dinge richtigstellen; ihm ein Gesicht und Profil verschafften und vor allem, noch mehr Geld in die Kassen spülen.

Wenn Du also anfängst, Dir das Investment für die nächste große Idee zu organisieren, lass Dir bloß nicht einfallen, die Geldgeber mit Deinen Ideen zu langweilen.

Eine Zeit des Wandels, in der Glücksritter weltumspannende Konglomerate über Nacht erbauen, im ständigen Wettstreit mit dem alten Adel, der sich weigert, den eisernen Griff um sein schwindendes Empire zu lockern. Macht aufgebaut auf Jahrhunderte alte Familienbande, plötzlich bedroht durch die Unabhängigkeit von aufstrebenden Firmen oder dem progressiven Denken eines sozialen Klassendenkens. Das 19te Jahrhundert bietet für uns reichhaltig Inspiration und Geschichten, aus denen wir schöpfen können.

Unsere fünfte Bevölkerungsstufe, die Investoren, vereinen viele dieser faszinierenden Elemente. Sie sind alte Monarchen, begeistert aber auch bedroht von der sich modernisierenden Welt. Aber sie sind auch der neue Geldadel, bereit auf der Jagd nach dem nächsten großen Deal jedes Risiko einzugehen, angetrieben durch den Hunger nach Ruhm und Einfluss. Das 19te Jahrhundert war eine Zeit der Investition, Aktien und Wertpapiere waren das neue Geld. Warst Du nicht in der Lage mitzuhalten, konntest Du alles in einem Wimpernschlag verlieren.

Das Design einer Gesellschaft angetrieben von Blutsbande und moderner Wirtschaft
Unsere Investoren sind ein Schnappschuss der reichen Elite der Zeit, mit dem Fokus auf den Monarchen und besonders dem neuen Geldadel. Die Räder der modernen Wirtschaft drehten sich schnell, nicht einmal die alten Könige und Grafen konnten sich einfach zurücklehnen, um ihr Erbe in Ruhe zu genießen. Mit dem Design für das Porträt und die Feedback-Einheiten wollten wir das Ego der herrschenden Gesellschaft vermitteln, mitsamt der seriösen Etikette aber auch der verschwenderischen Lebensart. Sie sind stolz und pochen gerne auf ihre Verdienste (ob nun durch ihr Erbe oder Geschichten über Imperien, die sie mit blanken Händen aufgebaut haben) und streichen heraus, dass sie über dem Pöbel stehen. Am Ende hat der Aufstieg der Arbeiterklasse nicht nur unsere Gesellschaft modernisiert, sondern auch den Klassenkampf angefeuert.

Bei den Wohngebäuden wollten wir einen sauberen, fast marmorähnlichen Look schaffen. Wenige aber dafür herausstechende Akzente helfen dabei, dass die Häuser in Eurer Stadtlandschaft auffallen. Die grünen Dächer erzeugen einen guten Kontrast zu den roten Highlights, die ein Gefühl von Luxus und Adel vermitteln.

Während die Ingenieure und Kunsthandwerker gerne ihre Zeit im Kabarett oder in fußläufigen Annehmlichkeiten vertreiben, werden Investoren eher ihren auffälligen neuen Motorwagen zum nächsten edlen Restaurant oder zu einer Dinner Party im Klubhaus nehmen.
Pompöse Apartment Blocks, dekadente öffentliche Gebäude und hochstufige Ornamente und Parks sollen die Viertel der Investoren zu einem richtigen Kronjuwel Eurer Stadt werden lassen.Wir wollen von der Zukunft unterhalten werden – Gameplay
Wie kann man jemandem beeindrucken der mehr Geld hat, als Du jemals ausgeben könntest? Der ganze Flotten von Schiffen mit den exotischen Gütern kauft, bevor er alles über Bord wirft, um über Nacht in neue Fabriken zu investieren? In einer Welt der Wunder aber auch Ängste der modernen Wirtschaft wollen Investoren alles in vollen Zügen genießen. Sie sammeln die herausragendsten und kostbarsten Objekte, um diese ihren reichen Freunden und Geschäftspartnern im Raucherzimmer zu präsentieren. Was demonstriert Wohlstand wohl besser, als Champagner zu trinken, und sich dabei an seiner Sammlung an technischen Wunderwerken zu erfreuen?
Die Produktionsketten der fünften Stufe reflektieren genau diesen Durst nach den exklusivsten Gütern: von feinen Juwelen über wundervoll gefertigten Grammofonen und beeindruckenden neuen Errungenschaften wie Motorwagen. Während die ersten Bedürfnisse moderat beginnen, stellen spätere Ketten die Investition in neue Technologien dar und werden so einer ordentlichen Herausforderung für den Spieler.
Die Zukunft ist bereits hier und Geld verliert schneller an Wert als eine rottende Ladung exotischer Früchte – Ihr müsst Stärke demonstrieren in einem Haifischbecken voller rivalisierender Firmen. Ein Monopol an einschüchternden Waffen oder ein lupenreiner Ruf als Veranstalter von herausragenden Veranstaltungen vermag dabei Gegner, Verbündete und Pöbel zugleich beeindrucken. Die Produktionsketten der Investoren sind nur ein Element, das deren Einfluss auf den technologischen Fortschritt verkörpert. Investoren bekommen ein wichtiges Element in der Spielmechanik um Anno 1800’s großes Monument, die Weltausstellung. Als Paten der Messe stellen sie das Investitionskapital für Eure Ausstellungen zur Verfügung. Ihre Unterstützung ist ein entscheidender Faktor, wie schnell Vorbereitungen vonstattengehen und wie häufig Ihr Veranstaltungen feiern könnt (sowie natürlich die Belohnung für Eure Mühe einheimsen).

Hier einmal die Produktionskette für Gramofone in Aktion! Euer Inselnachbar lässt anmerken, dass es eher ernüchternd zu seinen Werkstraßen für Motorwagen wirkt. 

Von bescheidenen Anfängen zu einer weltumspannenden Firma
Die Bevölkerungsstufen sind wie ein Blick in ein Bilderbuch der Klassen und der Veränderungen des 19ten Jahrhunderts. Mit der letzten Bevölkerungsstufe beenden wir den Blick auf Anno 1800’s Entwicklungsstufen. Traditionell beginnend mit Bauern, werden Produktionsketten mit jeder Stufe moderner, komplexer und schalten dabei weitere spannende Features frei. Während der Reise in das Endgame wollen wir Euch alle Werkzeuge zur Verfügung stellen, um den Wiederspielwert und die von Annoholikern gewünschte Komplexität zur Verfügung zu stellen.

Dank zahlreicher Kommentare aus vergangenen Blog Posts und den Fokustests, konnten wir bereits viele verschiedene Inhalte verbessern. Darunter die Komplexität und das Balancing und sogar komplette Produktionsketten überarbeiten. Wie immer hoffen wir auf zahlreiches Feedback, von Erwartungen, Vorschlägen oder auch die Bestätigung das Euch die letzte Bevölkerungsstufe gefällt. Lasst es uns einfach in den Kommentaren wissen!

Ein weiterer Hinweis von unserem Community Team: diesen Sonntag senden wir eine neue Episode des AnnoAfternoon Community Livestreams. Schaltet einfach um 17 Uhr ein und schaut Chris und John aus unserem Community Team dabei zu, wenn sie ihre Reise durch das von Fans geliebte Anno 1404 fortsetzen. Wie immer zu finden auf: twitch.tv/ubisoftbluebyte

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DevBlog: User Interface

Hi Annoholiker, mein Name ist Khajag Jabaghchourian und ich bin einer der UI Designer verantwortlich für Anno 1800’s User Interface. Als ich dem UI Team von Ubisoft Blue Byte vor knapp sechs Monaten hinzustoß, kam ich gerade rechtzeitig für unsere große Überarbeitung des User Interface.
Während der letzten Episode unseres AnnoCast hatte ich die Freude mit Euch über dessen Style und die Funktionalität zu reden aber auch zu erläutern, warum das Interface für Strategiespiele wie Anno besonders wichtig und auch trickreich in der Entwicklung ist. Wir haben dazu einiges an Feedback aus unseren Communities bekommen – eine hervorragende Möglichkeit um Euch alle auf einen Blick über die Schulter eines UI Designers einzuladen.

Was bedeuted UI und UX eigentlich?
Ich wette das die meisten von Euch mit dem Begriff User Interface, oder kurz UI, vertraut sind. Was erst einmal ein recht simplen Anschein macht, ist in der Gestaltung ein gut durchdachter und recht komplizierter Designprozess. Das UI ist, um es simpel auszudrücken, immerhin das Erste, mit dem ein Spieler in Anno 1800 interagiert. Es besteht aus allen Interface Elementen eines Spiels, also zum Beispiel Buttons, Menüs, Informationsfenster und Boxen.
In Eurem Kopf malt Ihr Euch eventuell schon ein Bild aus verschiedensten bunten Boxen und Icons aus. Diese visuelle Ebene, die wie ein Fensterrahmen über dem eigentlichen Gameplay sitzt, beherbergt alle Informationen die ein Spieler benötigt, um zu verstehen was im Spiel geschieht und es Euch somit zu ermöglichen, mit dem Spiel über Euren Input zu kommunizieren.
Man kann also durchaus sagen, dass Euch durch das UI ermöglicht mit dem Spiel zu kommunizieren, da es die Codesprache für den Spieler übersetzt und wiederum die Eingabe der Tastatur in verständliche Befehle für die Software umwandelt.

Besonders Management Spiele, wie Anno, müssen dem Spieler eine große Flut an Informationen auf einfache und verständliche Art zugänglich machen. Diese User Experience (UX) stellt dabei die einfache Nutzbarkeit und Verständlichkeit des UI sicher. Wir achten bei der UX darauf, dass alle Informationen schnell und einfach zu lesen ist, damit der Spieler wiederum im Spiel Befehle und Aufgaben mit den wenigsten Umwegen und dem minimalsten Aufwand durchführen kann. Ruft Euch einfach mal das Anno Baumenü ins Gedächtnis, welches Euch ermöglichen soll, komplexe Produktionsketten aus verschiedensten Gebäuden mit so wenig Klicks und Aufwand (Interaktionen) wie möglich zu errichten.
Wir wollen das Ihr Euch auf das eigentliche Spielen konzentrieren könnt, ohne Euch dabei mit lästigen Suchspielen durch dutzende Fenster zu belästigen, um herauszufinden, welche Gebäude eigentlich mit welcher Produktionskette verbunden sind. Das UX Design dient hierbei als Blaupause, welche die verschiedenen Schritte zum Erreichen des Ziels definiert, während das UI alle visuellen Elemente beinhaltet die Euch auf Eurer Reise begleiten.

Warum ist das UI/UX Design denn so besonders wichtig in Anno?
Für ein komplexes Strategiespiel wie Anno 1800 ist ein gutes UI und UX Design entscheidender Faktor um eine gute Spielerfahrung zu gewährleisten. Während Einheiten wie Schiffe ihre Befehle direkt vom Spieler erhalten, passieren die meisten Interaktionen zwischen dem Spieler und dem UI. In einem typischen Action Spiel finden die meisten Interaktionen mit der Welt durch die direkte Eingabe von Befehlen an den Spielercharakter statt. Hier reagiert der Spielercharakter auf einfache Eingabe durch das Gamepad oder die Tastatur, um zB. auf einen simplen Knopfdruck einen Zauber zu wirken. In einem UI gesteuerten Spiel wie Anno würde dies bedeuten, dass verschiedene UI Elemente auf dem Screen dargestellt werden um dann auf einen Klick diese Aktion auszuführen.

Aber es ist die unglaubliche Komplexität der Wirtschaft und des Städtebaus das wir alle so an Anno lieben, richtig?Eine der großen Herausforderungen ist eine einfache Lösung dafür zu finden, all die komplexen Spielinformationen auf eine verständliche Art dem Spieler zu vermitteln.

Nehmen wir mal die Handelsrouten als Beispiel: Laden -> Entladen -> Listen mit unzähligen Items und Waren -> Inseln -> Schiffe -> manuelle Routenpunkte und das war nur ein Bruchteil der Informationen.  Ohne funktionales Design würden komplexe Strategiespiele den Spieler einfach mit Informationen überwältigen.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir häufig die Funktionalität des Designs über den künstlerischen Anspruch stellen. Indem unsere Form der Funktion folgt, können wir den kognitiven und physikalischen Arbeitsaufwand für den Spieler reduzieren.

Das Anno 1800 UI Design
Für Anno 1800 haben wir uns für ein klares Design entschieden, dass nur eine kleine Anzahl an Ornamenten, Materialien und Texturen verwendet. Mit der Funktionalität im Fokus zielten wir auf einen zeitgemäßen und definierten Look im Einklang mit unserem „Industrielle Revolution“ Hintergrund. Wir wollen die Augen des Spielers nicht überladen und schnellen Zugang zu allen wichtigen Informationen ermöglichen. Wenn wir zu viele visuelle Elemente nutzen, würde das UI in den Wettbewerb mit dem Spiel um die Aufmerksamkeit des Spielers treten; solche Ablenkungen schädigen sehr schnell dem Spielgefühl.
Was die Farbwahl angeht, haben wir uns für dunklere Farben für das HUD (Heads-Up-Display) entschieden. Da das HUD jederzeit im Spiel präsent ist, würden zu grelle Farben oder Kontraste schnell das Auge ermüden und weiterhin zu viel Aufmerksamkeit vom Spielgeschehen ziehen.
Für Pop-up Informationen und Meldungen haben wir uns jedoch für hellere Farben entschieden, damit der Spieler sofort auf das auftauchende Fenster aufmerksam wird.

Jetzt geht es an das Eingemachte: Der Schaffungsprozess
Soweit so gut, aber wie designen wir eigentlich die UX und bauen dann das UI? Wenn wir an einem neuen UI Element arbeiten, versorgt uns zu aller erst Game Design mit allen wichtigen Spielinformationen und Details über die Spiellogik, welche wir dem Spieler vermitteln sollen. Wir diskutieren dann im Team was hierbei die wichtigsten Informationen für den Spieler sind und welche Befehle er dem Spiel mit dem Interface Element geben soll. Die Handelsrouten sind hier wieder ein gutes Beispiel, denn hier müsst Ihr in der Lage sein, alle Informationen über Schiffe, Routen, Waren, Inseln und manuelle Wegpunkte in einem Fenster sehen zu können.

Im nächsten Schritt schnappen wir uns sein paar Stifte und Papier und fangen damit an, die sogenannten Wireframes zu skizieren. Die Wireframes dienen al seine Art Konstruktionsplan und beinhalten alle Informationen über die Funktionalität und den Verlauf der Menüs, was uns erlaubt Prototypen zu bauen, in denen wir die UX testen können.
Sollten unsere Wireframes die gewünschten Ergebnisse erzielen, können wir uns den visuellen Elementen des UI zuwenden. Hierfür erstellen wir Mock-Ups, definieren Text und Farbauswahl sowie die Formen die wir benutzen wollen. Concept Art von unserem Art Team dient hierbei als Inspiration und kreative Richtlinie. Unser UI Team hat außerdem eigene Icon Designer, welche für uns die nötigen Icons herstellen, welche wir für unser User Interface benötigen. Das kann etwas so simples wie ein Button sein oder komplexe Elemente wie der Countdown für die Touristenfähren, welche Ihr im letzten Stream sehen konntet.

Für das Erstellen der Mockups bis hin zu den fertigen Elementen nutzen wir Programme wie Adobe Illustrator und Photoshop sowie Adobe After Effects für die Animationen.

Sobald wir also einen funktionalen Wireframe haben, ausgestattet mit allen Boxen und visuellen Elementen, ist es Zeit für die Implementierung ins Spiel!
Zuerst werden die technischen Voraussetzungen mit unseren Programmierern abgesprochen. Die Programmierer bauen dann einen ein Skelett, dass quasi als Unterbau für unser UI dienen soll. Im letzten Schritt vollziehen wir die letzten Änderungen an dem UI und ziehen es dann auf das Skelett, um es im Spiel nutzbar zu machen.

Ein langer Weg von Skizze bis fertiger UI
Wir hoffen das wir Euch einen guten Einblick in Anno’s UI/UX Design geben konnten und warum es so wichtige für Strategiespiele ist. Bis zur Veröffentlichung des Spiels werden wir weiter an unserem Interface arbeiten und es ständig verbessern. Leider bekommen wir selten Feedback von Spielern, da das UI etwas ist das viele Spieler als gegeben erachten aber selten im Detail diskutieren.

Und hier benötigen wir die Hilfe der Anno Union: Wir würden gerne Feedback über den momentanen Stand der UI bekommen, wie es Euch im Stream und in diesem DevBlog präsentiert wurde. Gefällt Euch die visuelle Richtung, die wir eingeschlagen haben? Gibt es Interface Elemente die Euch in alten Anno Teilen besonders gefallen haben? Was ist Euch an dem UI in Anno 1800 besonders wichtig?

Wir sind gespannt auf Eure Kommentare!

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DevBlog: Eli Bleakworth

Hoffnung ist das kostbarste Gut auf dem trostlosen Fels genannt Wormway Prison. Die Insel ist die Heimat der schlimmsten Verbrecher des 19ten Jahrhunderts – sowie der unglücklichen Seelen die es gewagt haben, die Autorität des Wärters von Wormway in Frage zu stellen: Eli Bleakworth. Zum gleichen Teil grausamer Zuchtmeister und kühl berechnender Buchmacher, erbarmungslos herrscht er über dem gottverlassenen Felsen unter der Maskerade eines ehrvollen Dieners des Empires.

Eli Bleakworth, der Gouverneur von Wormway Prison, ist nur ein Teil aus unserem bunten Ensemble der neutralen Kräfte in Anno 1800. Er mag sich als loyaler und tugendhafter Diener seines Reiches darstellen, aber in Wahrheit witterten Ehre und Barmherzigkeit schon lange mit seiner schwindenden Jugend dahin. Hinter seiner gesetzestreuen Fassade genießt Eli im geheimen die bedingungslose Macht über seine Gefangenen. Am Ende würde wohl keiner von ihnen hier sein Dasein fristen, wenn sie nicht alle das Empire untergrabener Abschaum wären, nicht wahr?

Eingeführt mit Anno 1701, wurden die neutralen Kräfte ein wichtiger Bestandteil der Anno Serie. Das Feature hat sich seit damals stark weiterentwickelt; was als eine Sammlung von freien Händlern startete, wandelte sich in eine illustre Besetzung von wichtigen Charakteren, welche nun der Welt von Anno 1800 besonderes Leben einhauchen. Während sie, anders als die computergesteuerten Mitspieler, weder direkte Verbündete, nochKontrahenten sind, stellen sie doch einen wichtigen Bestandteil der Atmosphäre unserer Spielwelt dar, die mitunter einiges an Gameplay Variationen und Herausforderungen mit sich bringt.

Wormway Prison in Anno 1800 – Atmosphäre und Gameplay
Das Gefängnis ist nicht nur eine stimmungsvolle Aufnahme so manchen Schicksals der Gesetzlosen aber auch unglücklichen Freidenker des 19ten Jahrhunderts; Wormway bereichert Anno 1800 mit einigen spielerischen Möglichkeiten. Mehr als nur ein Gefängnis, ist die Insel vor allem ein Geschäft, welches von der quasi kostenlosen Arbeitskraft der Insassen profitiert. Jeden Tag schuften die Häftlinge bedingungslos unter der brennenden Sonne im Steinbruch und in den kalten Löchern der Kohlemiene von Wormway. Ressourcen wie Kohle sind in der industriellen Expansion stark gefragt und Eli bietet eine schnelle Versorgung für die hungrigen Hochöfen Deiner Fabriken.

Arbeitskraft mag auf der Insel zwar günstig sein, aber der Gouverneur muss dennoch die grundlegende Versorgung der unfreiwilligen Arbeiter mit Gütern wie Nahrung oder Seife sicherstellen. Spieler sollten ein Auge darauf haben, welche Waren gerade in hoher Nachfrage bei den jeweiligen Charakteren der neutralen Kräfte stehen. Der Tausch von Gütern kann durchaus ein wesentlich lohnenswerteres Geschäft darstellen, als die Kohle teuer aus Eurer Firmenkasse zu zahlen. Zufällig konnten wir auch etwas vom Gemurmel der Gefängniswärter aufschnappen, die über die sehr speziellen Interessen ihres Arbeitgebers getratscht haben – eine sicherlich nützliche Information, wenn wir besonders lohnende Geschäfte mit dem Gouverneur abschließen wollen.

Ein Besuch auf der Insel ist aber bei Weitem lohnenswerter, als einfach den Bauch Eurer Schiffe mit Kohle vollzuladen; Eli ist immer auf der Suche nach willigen Geschäftspartnern, die dazu bereit sind, dem Empire in wichtigen Angelegenheit eine Hand zu reichen. Solltet Ihr bereit sein, ihm mit seinen Anliegen auszuhelfen, wird er Euch Quests anbieten, über die Ihr Kopfgelder für Verräter am Empire einstreichen könnt.
Als Torwächter der Hölle, wie ihn die Insassen gerne nennen, besteht im Empire immer eine starke Nachfrage nach seiner Dienstleistung. Aber in sich schnell wandelnden Zeiten wie diesen, leidet selbst das Fegefeuer beizeiten an Überfüllung. Stattet dem Gefängnis regelmäßig einen Besuch ab, vielleicht ist Eli gerade dazu bereit, einer seiner speziellen Gäste die Freiheit zu schenken – gegen eine Kaution und angemessen Entschädigung für seinen persönlichen Aufwand, versteht sich.

Spielerische Freiheit ist eine der Säulen von Anno 1800 und die Charaktere der dritten Parteien sind neben dem Anlocken von Touristen eine weitere Möglichkeit, Spezialisten in Eure Hände zu bekommen. Wer weiß schon, welche besonderen Talente sich unter den armen Seelen befinden, die in Wormway Prison ihr Dasein fristen.

Die neutralen Kräfte in Anno 1800
Eli wird nicht der einzige neutrale Charakter sein, der seine Dienstleistungen und Waren dem geneigten Käufer zur Verfügung stellen wird. Die neutralen Kräfte in Anno 1800 werden nicht nur viele Facetten der Gesellschaft repräsentieren (inklusive ein paar sagen wir, weniger rechtschaffenden Persönlichkeiten), jeder von ihnen wird Euch außerdem verschiedene Interaktionen, basierend auf ihrer Persönlichkeit und ihrem Hintergrund, ermöglichen. Von Piraten, über Händler bis hin zu Kuriositäten, was denkt Ihr wird und sollte Anno 1800 noch an neutralen Kräften bereithalten? Wollt Ihr mehr der Charaktere im Rampenlicht sehen und etwas über Ihre Geschichte erfahren?

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DevBlog: Ingenieure

Die Ingenieurin ist ein klassischer “Streber”. Als gebildete und privilegierte Frau ist sie am glücklichsten auf ihrem Dachboden, weit weg vom Chaos und dem Getümmel der Straßen. Dieses hochgelegene Nest mit seinen blubbernden Kolben und instabilen Isotopen ist ihr „schon mehr als genug Chaos“, wie sie vor sich hinmurmelt während sie ihre Brille zurechtrückt.

Sie ist mit einer bemerkenswerten Waffe gerüstet- einer Bereitschaft, ja fast schon einem Verlangen, ihre Weltanschauung durch die Natur verändern zu lassen. Zuvor waren oft soziale Umstände oder emotionale Betrachtungsweisen einer kühlen und sachlichen Analyse der Realität zuwider. Selbst gefeierte Gelehrte verkündeten oft stolz falsche Theorien die nur durch ein gezieltes Herauspicken der passenden Fakten oder unter dem Deckmantel der cleveren Rhetorik funktionierten.

Mit ihrer Neutralität und ihren gründlichen Methoden stellt die Ingenieurin das Sinnbild des neuen Zeitalters, und seines herausragenden Fortschrittes, dar. Sie hat die Hingabe einer Curie, die Neugier einer Mary Anning und das unermüdliche Arbeitspensum eines Brunel.

Sie wird sich nicht Hals über Kopf ein Urteil über Dein Können als Gouverneur bilden, sondern nach und nach die Fakten sammeln bis sie sich ein akkurates Bild von Dir machen kann. „Ich werde die Fakten für sich selbst sprechen lassen.“

Falls Du Dir denkst, dass ihre Anforderungen und Bedürfnisse bei weitem nicht so bescheiden sind, wie sie es gerne den Anschein machen lässt, solltest du die Großartigkeit ihrer Beiträge und Leistungen bedenken. Endlose Nächte voller Berechnungen und Formeln die nur so vorüber fliegen.

“Mein Eifer, alles in seine Einzelteile zu zerlegen, ist mutiert”, sagt sie leise mit einem leichten Anflug von Schande, „zu einer wahren Besessenheit“. 

Dieses aufregende Gefühl, wenn all die kleinen Teile endlich zusammenkommen, Du den schweren Hebel unter dem Geräusch von entweichendem Dampf umlegst und die stählerne Maschine seine Arbeit aufnimmt. Was wie dunkle Magie für das einfache Volk und die anachronistischen Aristokraten wirkt, ist für Dich unaufhaltsamer Fortschritt. Du hast keine Zeit für angestaubte religiöse Konzepte, die Gesetze der Natur und Physik sind die großen Mysterien, deren Du ihre Geheimnisse zu entreißen versuchst. Jahre des zehrenden Studiums während des Tages und unzählbare lange Nächte, in denen Du Deinen visionären Ideen Formen gegeben hast; niemals gingst Du auch nur einen Schritt zurück um die Künste der Mechanik zu meistern und um gegen überholte Ideen anzukämpfen.
Die Wandlung von Werkstätten zu Fabriken war nur die erste Welle der industriellen Revolution, die uns in ein modernes Zeitalter führte. Die zweite folgte alsbald, wie eine intellektuelle Naturgewalt, in all ihrem technologischen Glanz.

Fortschritt gestalten – das visuelle Design der Ingenieure
Unsere Ingenieure sind die intellektuelle Elite einer Zeit, in der neue Technologie Millionen von Menschen inspirierte. Es gab selbst den verrücktesten Ideen Flügel, denn neureiche Investoren waren bereit ihre Geldbeutel für all diejenigen zu öffnen, deren Konzepte ambitioniert und mutig genug waren. Und diese Elite hat Träume: Visionen der technologischen Revolution und dem damit einhergehenden Ruhm; einer derjenigen zu sein, dessen Ideen die Welt für immer verändern könnte. Das 19te Jahrhundert ist die Zeit der großen Deals, in der das Überholen der Konkurrenz für Firmen alles oder nichts bedeutete. Dem folgte eine unglaubliche Nachfrage an fähigen Ingenieuren , nahezu über Nacht waren sie gemachte Leute, welche die modernsten Apartments in den Stadtzentren der weltweiten Metropolen bewohnten.
Und mit diesem Sprung in die Moderne, sollte aristokratisches Geld und alte Konzepte wie Blutsverwandtschaft langsam an Bedeutung verlieren.
Im Design der vierten Bevölkerungsstufe wird deutlich, dass die Welt sich unaufhaltsam auf das 20igste Jahrhundert zubewegt. Das Auftreten und die Kleidung der Ingenieure ist im selben modernen Wandel wie Ihre Erfindungen. Mit ihrem progressiven Lifestyle streben sie danach, die angestaubten Konzepte der alten Welt abzuschütteln. Dieser Wandel stellt auch unsere kreative Vision für das Design-Team dar, denn wir wollten, dass die Ingenieure von Anno 1800 genau dieses intellektuelle Selbstbewusstsein einer Klasse vermitteln, die sich an den Ruhm ihrer Arbeit genießt aber nicht davor zurückschreckt, mit ölverschmierten Händen in der Nacht über ihren Blaupausen einzuschlafen. Da ihr Verstand ungern in Ketten legen lässt, ist es ihre offene Natur und der Horizont, die das Genie hochhalten und sich nicht von Diskriminierung oder alten Rollenbildern aufhalten lassen.

Genau wegen diesem progressiven Denken und der Vorstellung, dass die Menschheit für Größeres bestimmt ist, haben wir uns dazu entschieden, dass die vierte Bevölkerungsstufe sich am besten durch ein weibliches Porträt verkörpern lassen würde. Während die Arbeiterklasse Ihre Ärmel hochkrempelten und für ihre Rechte aufstanden, war es die neue intellektuelle Elite, welche es den Menschen ermöglichte nach etwas Größerem zu streben und dadurch die Gesellschaft veränderte.

Ihre Wohnhäuser sind Rückzugsorte für diese neue Elite, ein Heiligtum für die kostbaren wenigen Stunden Freizeit nach langen Arbeitstagen, die neuen Produktionsmaschinen der überlebenswichtigen Investoren zu optimieren. Manche der Ingenieure kamen sogar aus eher einfacheren Verhältnissen; gerade sie wollen die neuen modernen Annehmlichkeiten ihrer Apartments in vollen Zügen genießen. Der Blick auf die Wohnhäuser hat ein klares und nicht zu verspieltes Design, ein Beispiel dafür, wie die Architektur ein perfektes Sinnbild für den Wandel der Zeit darstellt. Während der Adel es immer noch bevorzugte, in ihren Herrenhäusern auf dem Land zu residieren, wollen die Ingenieure im Herzen der Stadt sein, wo sich miterleben lässt, wie die alte Heimatstadt sich langsam in eine Metropole wandelt.
Die passionierten Sammler sind kein Freund davon, Platz unnütz zu verschwenden – die einzelnen Wohnhäuser der Ingenieure werden sich beim Anschluss an weitere Gebäude zu beeindruckenden Wohnblöcken verbinden, welche diesen Stadtteilen Ihr besonderes modernes Flair verleiht.

Mach die industrielle Revolution zu deinem Spielplatz
Schlaf ist für die Schwachen, denn immerhin will ein Traum gelebt werden! Das Erreichen der vierten Stufe stellt einen großen Sprung Richtung Moderne dar. Während technologische Fortschritte, wie die Erfindung des Stahlträgers, bereits in früheren Stufen vertreten war, wird Euch die zweite Welle der industriellen Revolution mit neuen Materialen versorgen und Annoholiker mit komplexeren Bedürfnissen dieser Technologie affinen Klasse herausfordern. Es sind die Technologie-Nerds des 19ten Jahrhunderts, die sich gerne mit feinster Handwerkskunst, von Taschenuhren bis zu dampfbetriebenen Gerätschaften, umgeben. Sie schwelgen gerne in modernen Annehmlichkeiten, auch in ihren Apartments – wer möchte denn jetzt noch im Kerzen erleuchteten Mittelalter leben?

Die Architekten der Moderne sind keine Freunde von altmodischen Werkstoffen, wie Ziegel oder sogar Holz. Der Zement als neues Baumaterial wird es Euch erlauben, größere und prächtigere Bauwerke zu errichten, um Eure Bewohner und Besucher gleichermaßen zu beeindrucken. Das neue Konstruktionsmaterial kommt sofort zum gewinnbringenden Einsatz, wenn Ihr Eure erste von Dampfmaschinen betriebene Fabrik errichtet. Nachdem Ihr Euch von der überlegenen Qualität des Zements überzeugt habt, fangt schon mal an einem Vorrat zurückzulegen, für ambitionierte kommende Bauprojekte.

Modernisierte Produktionsprozesse bringen filigrane Drähte für Glühbirnen und atemberaubende Dampfmaschinen, welche nicht nur die Bedürfnisse der neuen Klasse befriedigen, sondern auch noch wichtige Produktionsgüter in Eurer neu eröffneten modernen Schiffswerft darstellen. Erlaubt Euch eine kurze Pause vom Gameplay und genießt das bedeutende Errungenschaft Eurer Firma: Das erste Dampfschiff verlässt Euer Dock!
Die Revolution mag den Weg für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen bereitet haben, aber der Fortschritt diente weitaus nicht nur den Bedürfnissen des Volkes. Die alten Regenten und neuen Herrscher sahen mit den neuen Technologien ein Potenzial, den Würgegriff auf ihre Territorien mit modernisierten Waffen, und mit nur so vor Waffen und Panzerstahl strotzenden Kriegsschiffen, auszuweiten.

Die industrielle Revolution wird Einfluss auf Eure Produktion nehmen, aber Dampfmaschinen und Elektrizität erlaubte es nicht nur die Produktivität zu steigern, die zweite Welle schaffte das Fundament für automatisierte Fabriken. Wir wollen, dass Ihr diesen Fortschritt fühlen könnt, wenn Ihr Euch der Herausforderungen des späteren 19ten Jahrhunderts annehmt. Beim Erreichen der vierten Bevölkerungsstufe habt Ihr bereits einiges an Erfahrung mit den Spielmechaniken von Anno 1800 gesammelt und nun sind Eure Fähigkeiten gefragt, die gesteigerten Bedürfnisse und verzahnten Produktionsketten zu meistern. Seid clever und macht nutzen von allen Werkzeugen, die wir Euch zur Verfügung stellen. Die Konkurrenz schläft nicht im Wettlauf des technologischen Fortschritts: hängt andere Charaktere ab, durch clevere Infrastruktur die Nutzen aus Items zieht, der Gewalt über die Arbeitsbedingungen und modernen Wundern wie Dampfschiffen und Elektrizität.

Bei den Glühbirnen kommt Arbeitskraft aus vier Bevölkerungsstufen zum Einsatz.

Das Ende eines Jahrhunderts und der Aufbruch in ein neues Zeitalter
Es war die Zeit, in der Wunder fast täglich die Menschen verwunderten und inspirierten. Wir wollen, dass die Ingenieure genau diese Leidenschaft und den Enthusiasmus für Fortschritt verkörpern. Sie sind zwar nicht die letzte Bevölkerungsstufe, aber ihre Bedürfnisse und Produktionsketten werden Eure Fähigkeiten testen. Herausfordernd und belohnend zugleich, wir können es kaum erwarten Euch die vierte Stufe in Aktion zu zeigen, und wie die neuen Features wie Elektrizität in Anno 1800 funktioniert.

Mehr darüber in naher Zukunft, haltet einfach ein Auge auf kommende DevBlogs.

In der Zwischenzeit, was denkt Ihr eigentlich über unsere Entscheidung und der Darstellung der vierten Bevölkerungsstufe? Wie wichtig ist Euch das Gefühl, in Anno 1800 den Wandel der Zeit und der Gesellschaft miterleben zu können?

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DevBlog: Auf in den Zoo!

Liebe Großmutter,

Man meint es viel zu gut mit uns. Es hat jetzt ein Zoologischer Garten in Bright Sands eröffnet!
Natürlich hatten wir Mädchen keine Hoffnung Einlass zu bekommen, aber meine ungestüme Neugier hat mich dennoch dazu getrieben, einen Blick durch die Hecke zu werfen. Mir stockte der Atem, als ich einen kurzen Blick auf eine der Kreaturen werfen konnte, Pink wie eine Petunie!
„Wie kann das nur sein?“ überkam es mich.

„Dies Madame, ist ein Flamingo“ warf ein freundlich blickender Gentleman ein und wies Richtung des gewölbten Eingangs. „Ist es uns etwa erlaubt einzutreten?“ Ich war verblüfft.
„Dies ist kein aristokratischer Schauplatz,“ sagte er, „kein Geschenk von einem König zu seiner Königin, für Ihre Augen allein. Diese Wunder der Natur dienen unser aller Vergnügen und der Verwunderung“

Wir haben dann jeden einzelnen Groschen zusammengekratzt, um Einlass in diesen geheimen Garten zu bekommen. Diese bezaubernden Momente sollten zu den zu den wundersamsten meines kurzen Lebens zählen.
„Wie lang Ihre Hälse sind!“, „Sieh dort, der mit den Stoßzähnen!“, “Wieviel größer sie sind, wenn man einmal vor ihnen steht!“ wir konnten uns kaum zurückhalten, unsere Begeisterung verselbstständigte sich bei dem Anblick von so vielen mysteriösen Wesen.

Es war mit Blakes Poem in meinen Gedanken, als ich mit äußerster Vorsicht das Haus des Tigers betrat. „Sind manche dieser Tiere… gefährlich?“ sagte ich, worauf unser schalkhafter Führer antwortete „Oh, vor allem haben sie einen ausgeprägten Appetit“ Erstaunlicherweise hält sich der Zoo Seemöwen – verzeiht, Silbermöwen (unser Führer war bei diesem Thema sehr beharrlich). Dieses gemeine Geziefer mal so genau betrachten zu können, hat mich allerdings nachdenklich gemacht. Ist es nicht so, dass alle Kreaturen dieser Erde zugleich Wunderschön und Interessant sind?

Vielleicht bis auf die unaussprechlichen Hinterteile dieser Paviane (verzeih mir Großmutter), ist der Zoo vielleicht das Bezauberndste das unsere bereits so fantastische Stadt zu bieten hat. Wir sollten nicht verwundert sein, wenn fortan Fähren, beladen mit tausenden Besuchern, in Bright Sands anlegen werden.

Du kannst dich auf weitere Postkarten freuen!
Deine kleine Touristin

Städte in Anno bestanden aus einer eher begrenzten Varianz an bestimmten Gebäudetypen: Wohnhäuser, Farmen, Produktionsgebäude, Monumente und ein paar öffentlichen Einrichtungen. Da unsere Inseln mit Anno 1800 deutlich größer werden, wollten wir sicherstellen, dass Städte nicht von sich wiederholenden Strukturen geprägt sind und weiterhin das 19te Jahrhundert möglichst facettenreich darstellen. Mit dem Aufstieg der Arbeiterklasse, als eine der entscheidenden Faktoren im Morgengrauen eines neuen Zeitalters, entwickelte die Gesellschaft eine bis dato unbekannte Lust an Wissen, Kultur und Unterhaltung. In unserem zweiten DevBlog über das neu Städteattraktivität Feature, wird Euch unsere Touristenführerin Natacha mit auf einen kleinen Ausflug in den Zoo nehmen.

Besucher
Im letzten DevBlog hatten wir das Thema Besucher kurz angerissen. Dieses Mal wollen wir diesen gern gesehenen Gästen unseres Inselparadieses ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken. Bevor wir jedoch unsere Tore für die neugierigen Touristen öffnen, müssen wir vorher noch eines der neuen Gebäude in Anno 1800 errichten: den Besucherhafen (Glückwünsche den Mitgliedern der Union, welche im letzten Blog über eine solche Art von Gebäude spekulierten).
Der Besucherhafen wird Euch in der dritten Bevölkerungsstufe zur Verfügung stehen und ist nicht nur ein Gewinn von malerischem Ausmaß für Eure Hafenanlage, sondern bietet auch einen idealen Anlegepunkt für Besucherfähren. Immer, wenn eines dieser speziellen Schiffe sich dazu entscheidet, bei Eurer Insel Anker zu werfen, wird eine Gruppe vorfreudiger Touristen an Land gehen und sich auf Eurer Insel umschauen. Die genaue Anzahl der Besucher wird hierbei von zwei Faktoren bestimmt, zum einen die Attraktivitätsstufe Eurer Stadt und die Größe der Fähre (große Fähren können natürlicherweise mehr Leute durch die Ozeane schippern). Das System folgt den Regeln von Angebot und Nachfrage; umso attraktiver Eure Stadt, um so größere Gruppen von Besuchern werden sich auf die Reise machen, was wiederum zu größeren Fähren in Euren Häfen führt.

Die Fähren werden in regelmäßigen Abständen die Inselwelt abklappern, jedoch können spezielle Events – wie die große Eröffnung der Weltausstellung – dazu führen, dass weitere außerplanmäßige Fähren sich auf den Weg machen. Wer kann einem schon verübeln, bei so einem spektakulären Ereignis dabei sein zu wollen? Einmal an Land, werden die Besucher sich aufmachen durch Eure Stadt zu schlendern, angezogen von den von Euch zur Verfügung gestellten Attraktionen. Während sie die Sehenswürdigkeiten und die Atmosphäre genießen, werden Eure Gäste sicherlich mehr als bereitwillig einiges an Geld springen lassen – ein durchaus gewinnbringendes Geschäftsmodell.

Sollte die Attraktivität Eurer Stadt eine Stufe abfallen, könnten sich jedoch einige der Besucher durchaus dazu entscheiden, abzureisen. Wenn sie besonders enttäuscht über die Lage in Eurer Stadt sind, werden die Touristen sich sogar in Gruppen zusammentun, um sich zu beschweren und dir deutlich klarzumachen, was sie von Deiner Insel halten. Solcherlei visuelles Feedback ist allerdings nicht nur Augenschmaus, es ist weiterhin hilfreich zu sehen, welcher Teil Eurer Stadt am meisten Gäste anzieht.

Aber es kommt noch mehr! Durchaus haben Fähren auch den einen oder anderen besonderen Gast an Bord. Ursprünglich angezogen durch den Ruf Eurer Stadt, eine Hochburg der Kultur oder Paradies der Unterhaltung zu sein, könnten sich solche besonderen Besucher dazu entscheiden, sich fest anzusiedeln und Euch ihre Dienste zur Verfügung zu stellen. Eine hohe Städteattraktivität ermöglicht es Euch somit, ein paar wirklich besondere Persönlichkeiten anzuziehen (Spezialisten wurden im letzten DevBlog behandelt).

Können wir bitte in den Zoo gehen?
Als wir an dem Städteattraktivitätsfeature anfingen zu arbeiten, nahm die Unterstützung unserer Schönbauer durch belohnende und bedeutende Gameplay-Mechaniken sehr schnell die höchste Priorität an. Wir wissen das viele Annoholiker ihre kreative Energie in die Städteplanung fließen lassen, und so waren Kulturgebäude wie der Palast in 1404 schon immer ein Highlight unter den Bauprojekten. Deswegen war von Anfang an klar: wir brauchen ein paar groß angelegte Bauprojekte für Anno 1800, in die Spieler jede Menge Kreativität stecken können.

Die erste Idee war eine neue Art von Kulturgebäude, welches einen beeindruckenden Hingucker in Eurer Stadt darstellen wollte. Dafür haben wir eine kurze Liste an Kriterien zusammengetragen, die diese Gebäude erfüllen mussten: Sie müssen den Geist und die Atmosphäre des 19ten Jahrhunderts einfangen, dem Spieler eine Vielzahl an freien Gestaltungselementen geben, Gebrauch von unserem neuen Item System machen und vor allem einen beeindruckenden Anblick in Eurer Stadt abgeben.
Nicht nur das der Zoo alle dieser Kriterien erfüllt, er stellt außerdem eine ideale Anlaufstelle für Aktivitäten und visuelles Feedback auf Eurer Insel dar. Die Mischung aus offenen Wegen für Besucher und den unterschiedlichsten Tiergehegen eignen sich perfekt für modulares Bauen und können somit eine Menge visuelle Abwechslung zur Verfügung stellen, mit denen sich einzigartige Zoo Layouts erstellen lassen.

Der Zoo öffnet seine Tore
Wie der Besucherhafen wird der Zoo ebenfalls mit der dritten Bevölkerungsstufe freigeschaltet. Im ersten Schritt müsst Ihr das Eingangstor errichten; da der Zoo ein sehr modulares Gebäude ist, solltet Ihr bereits jetzt genug Platz für den späteren Ausbau einplanen. Wenn das Eingangstor einmal gebaut ist, könnt Ihr damit anfangen, die ersten Tiergehege zu platzieren. Ganz im Geiste des Schönbaus könnt Ihr die einzelnen Gehege auch einfach mit passenden Ornamenten verschönern.
Jedes Gehege kann jeweils eine Tierspezies behausen; die Module werden hierbei nicht nur das animierte Tier beinhalten, sondern sich auch noch entsprechend des Habitats der Tierart anpassen. Dies bedeutet allerdings mehr als nur Biome wie Graslandschaften und Wüstengehege, manche kleineren Tiere werden in Häusern ausgestellt und aquatische Lebensformen brauchen natürlicherweise eigene Wasserbecken. Besucher fühlen sich natürlich stärker von den exotischeren Vertretern angezogen, so ein Tiger ist immerhin ein wenig aufregender als eine Herde gemeine Schafe. Hier kommt erneut aufwendiges visuelles Feedback zum Einsatz, was Euch einen Hinweis darauf gibt, was Eure Besucher am anziehendsten in Eurem Zoo finden.

Schnapp sie dir alle!
Auf Eurer jagt nach den exotischsten Exemplaren könnt Ihr durchaus eine ganze Sammlung an verschiedenen Tierarten zusammen bekommen. Das Eingangstor des Zoos stellt Euch deswegen eine Übersicht zur Verfügung, bei der Ihr den Überblick über die momentan ausgestellten Tiere behalten könnt.

Außerdem bietet das Tor noch weitere Funktionen, wie zum Beispiel die Fähigkeit Item Sets aus verschiedenen Tieren zu bilden, welche bei Vervollständigung Eurem Zoo spezielle Buffs verleihen. Weiterhin werden diese Sammlungen Euch mit einem speziellen Titel für den Zoo belohnen, den Namen Eures Zoos könnt Ihr selbstredend selbst bestimmen. Natachas Nationalzoo hat irgendwie einen guten Klang, oder?

Zu guter Letzt….
Die Besucher und das Zoogebäude stellen eine belohnende Erweiterung des Spiels da, welche außerdem in die Kernfeatures des Spiels auf verschiedene Art und Weise eingreift. Wie Ihr wisst, mögen wir Diskussionen und auch Spekulationen in der Union: der Zoo wird nicht das einzige große Bauprojekt sein, mit dem Ihr Eurer Insel eine ganz persönliche Note verleihen könnt. Neben der Weltausstellung arbeiten wir an einem zweiten Projekt, welches Nutzen von Modulen, Items und der Städteattraktivität machen wird. Die genaue Natur dieses Gebäudes bleibt für den Moment jedoch noch ein Geheimnis, wir können aber schon sagen, dass es ein weiteres Thema sein wird, welches großes Interesse bei den Menschen des 19ten Jahrhunderts geweckt hat.

Wie immer erhoffen wir uns von Euch viel Feedback über das neue Besucher und Zoo Feature. Die Städteattraktivität bietet eine Fülle an untereinander verzahnten Inhalten, von denen einige eine vollkommen neue Features in der Anno Serie sind. Also immer her mit Eurem Feedback und Ideen!

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DevBlog: Alles dreht sich um die Gegenstände

Gegenstände sind das erste Mal mit Anno 1404 ins Spiel gekommen und entwickelten sich dort schnell zu einem Hit unter den Spielern. Deshalb entschieden wir uns damals das Konzept für Anno 2070 auszubauen und zu erweitern. In Anno 2205 wurden Gegenstände dagegen von vielen Annoholikern schmerzhaft vermisst, weil der letzte Teil der Serie sie nicht benutzte. Für Anno 1800 werden wir die Gegenstände deswegen nicht nur wieder implementieren, sondern sie dank neuer Funktionen auch besser als je zuvor machen.

Alles dreht sich um die Gegenstände
Nach einer gewissen Spielzeit entwickeln viele Anno-Spieler einen präferierten Spielstil, dem sie auch meistens treu bleiben; der kann von einem simplen Fokus auf Handeln zu den ausgefeiltesten Strategien reichen. Während das Gameplay von Anno 1800 mit zunehmender Spieldauer und dem Erreichen neuer Stufen zusehends an Komplexität gewinnt, stellen die Gegenstände quasi die Stellschrauben dar mit denen Du die Produktivität Deiner Gebäude modifizieren, Deine Taktik um besondere Fähigkeiten erweitern oder allgemein deinen bevorzugten Spielstil auf eine spaßige Weise unterstützen kannst.

Obwohl sie auf den ersten Blick relativ geradlinig wirken, können Gegenstände einen großen Einfluss auf verschiedene Aspekte von Anno 1800 haben. Deshalb wird Euch unser Senior Game Designer Christian heute aufzeigen wie sie funktionieren, und wie Gegenstände Deine Reise ins Zeitalter der Industrialisierung beeinflussen werden.

Zeit für einen Überblick
Die meisten Videospieler werden mit dem grundsätzlichen Konzept von „Gegenständen“ natürlich vertraut sein, da sie eine wichtige Rolle in vielen der populärsten Spiele einnehmen. Üblicherweise werden unter dem Begriff eine Vielzahl von Dingen zusammengefasst die Spielercharaktere dazu benutzen können verschiedene Herausforderungen zu überwinden. In einem Strategiespiel wie Anno verhält es sich ein bisschen anders. In gewisser Hinsicht sind Gebäude in Anno 1800 auch eine Art von „Charakter“, da sie mit ihrem Gameplay die Welt um sich herum unmittelbar beeinflussen können. Während Du nach und nach Dein Imperium aufbaust, errichtest Du mehr und mehr Gebäude, wodurch dein Einfluss auf die Spielwelt unmittelbar reflektiert wird.

Die meisten Gegenstände in Anno 1800 kommen dann auch tatsächlich hier zum Zuge, indem sie die Funktionalität deiner Gebäude beeinflussen. Bestimmte Gebäude haben Inventarplätze, in denen Gegenstände platziert werden können, um im Einflussbereich des Gebäudes ihre Effekte nutzen zu können.

Aktuell planen wir drei solcher Gebäude im Spiel zu haben: Das Gildenhaus kann Deine Produktion beeinflussen, das Rathaus ist für die Bürger zuständig und die Hafenmeisterei kann Dir unter anderem Vorteile beim Handel verschaffen. Jedes dieser Gebäude hat seinen eigenen Einflussbereich, und Du kannst jeweils mehrere davon bauen. Es gibt allerdings eine Begrenzung, die mit dem Wachsen der Stadt nach und nach gelockert wird.

Ein Beispiel für so einen „Gegenstand“ könnte beispielsweise ein abgehärteter Wachtmeister sein, der die Effektivität der Polizei in seinem Distrikt verbessert.Aber auch andere Gebäude, wie der Zoo, werden von Gegenständen Gebrauch machen. Hier ist der Effekt allerdings etwas anders, da der Zoo eine ordentliche Aufwertung für die Attraktivität deiner Stadt darstellt ohne jedoch die Produktivität anderer Gebäude zu beeinflussen.

Ein Gegenstand für jede Lebenslage
Wir planen derzeit vier Kategorien von Gegenständen in Anno 1800 zu haben: Kulturgüter, Spezialisten, Verbrauchsgüter und Maschinen. Jede dieser Kategorien hat einen anderen Anwendungsbereich und kann an andere Spielsysteme gebunden sein.

Kulturgüter – Die industrielle Revolution und der Aufstieg der Mittelklasse haben den intellektuellen Horizont der Menschen ihrer Zeit nachhaltig erweitert. Dank einem unbändigen Hunger nach Geschichte, Kunst und exotischen Orten können solche Gegenstände die Attraktivität Deiner Metropole immens steigern. Beispielsweise wird dein neueröffneter Zoo ohne exotische Tiere nicht viele Besucher anziehen; solche Tiere zu finden kann natürlich ein ganz eigenes Abenteuer darstellen…
Spezialisten – Begabte Talente, inspirierende Persönlichkeiten oder visionäre Wissenschaftler- Spezialisten sind Besucher, die von den Sehenswürdigkeiten und Wunderwerken deiner paradiesischen Insel angelockt wurden. Während ein einfacher Geselle lediglich die Produktion einer Werkstatt leicht verbessern wird, können berüchtigte Abenteurer bei der Jagd nach den exotischsten wilden Tieren helfen; ein mit allen Wassern gewaschener Kapitän kann sogar mit seinen Fähigkeiten das Schlachtenglück zu Deinen Gunsten verändern!
Verbrauchsgüter – Gibt es wirklich Probleme die man nicht mit etwas gutem alten Dynamit lösen kann? Verbrauchsgüter sind Gegenstände mit einem starken Einfluss auf die Spielwelt, die aber durch Faktoren wie Zeit oder Anzahl der Nutzungen eingeschränkt sind.Maschinen – Deine Arbeiter hatten natürlich die Gerüchte gehört, aber nichts konnte sie darauf vorbereiten das erste Mal einen industriellen Webstuhl in Deiner Segelfabrik zu sehen. Maschinen reflektieren die zahlreichen technologischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts, und wie der Siegesmarsch der maschinellen Produktion den Weg für die moderne Industrie gebahnt hat. Damit werden sie natürlich im Mittelpunkt Deiner Bemühungen, die Produktion zu steigern, stehen.
Es gibt noch ein paar weitere Eigenheiten des Gegenstand-Systems. Beispielsweise sind militärische Gegenstände keine eigene Kategorie, sondern fallen unter eine der obengenannten; wie beispielsweise der schon erwähnte Kapitän als Spezialist, oder fortschrittliche Waffen mit denen Du Deine Feinde überrumpeln kannst.

Seltenheit und spielerischer Wert

Gegenstände kommen in verschiedenen Seltenheitsstufen, die nicht nur anzeigen wie schwer sie zu bekommen sind, sondern auch wie effektiv sie sind, und welche eventuellen Fähigkeiten die sie haben. Während die häufigsten Gegenstände beispielsweise einfach nur bestimme Werte verbessern, können seltenere Gegenstände einzigartige Effekte oder Fähigkeiten verleihen. Es wird insgesamt fünf verschiedene Seltenheitsstufen geben: Gewöhnlich, Außergewöhnlich, Selten, Bemerkenswert und Legendär (Anmerkung: Da wir noch nicht mit der Lokalisation begonnen haben sind diese Namen aktuell Platzhalter). Während Du gewöhnliche Gegenstände von Händlern erwerben kannst, wird die Jagd nach den begehrtesten Objekten und Spezialisten Quests und andere besondere Herausforderungen involvieren. Auch die letzte Woche erklärte Städte-Attraktivität ist ein Weg um bestimmte Spezialisten anzuwerben, da manche von ihnen als Besucher auf deine Insel kommen können und sich mit Glück zum Verbleib entscheiden. Für eine pittoreske Metropole mit besonderen Besuchern belohnt zu werden ist nur ein Weg in Anno 1800. Wie Du die exotischsten Antiquitäten und Tiere in die Hände bekommen kannst ist ein Thema für einen anderen Blog…

Während es eine Vielzahl von Wegen gibt, Gegenstände zu gewinnen, werden alle ausschließlich durch Gameplay zu ergattern sein.

Letzte Worte

Spielerische Komplexität ist ein Grundpfeiler von Anno 1800, und unter diesem Gesichtspunkt war es uns sehr wichtig die Funktionalität und die Abwechslung der Gegenstände zu erweitern. Mit dem neuen System bekommst Du nicht nur neue Werkzeuge die spaßig zu benutzen sind, sondern es war uns ebenso wichtig, dass es Spaß macht diese Gegenstände überhaupt zu erlangen. Sei es durch fordernde Quests, als Belohnung für Deine Bemühungen eine wunderschöne Metropole zu errichten, oder durch völlig neue Wege über die wir noch gar nicht gesprochen haben!

Wir werden zum Release eine große Auswahl an Gegenständen haben, von den grundlegenden must-haves zu einzigartigen Gegenständen mit ihrem ganz eigenen Charakter. Deshalb sind wir hier auf Deine Ideen gespannt-  was sind in Deinen Augen Gegenstände die unbedingt dabei sein müssen, oder hast du vielleicht eine außergewöhnliche Idee auf die wir noch gar nicht gekommen sind?

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DevBlog: Schönbauen Teil 1 – Städte-Attraktivität

Die Anno-Serie verlangt ihren Spielern seit jeher einiges ab; allen voran das Managen von komplexen Produktionsketten und das Errichten riesiger Städte. Dabei hat die Serie von Anfang an einen besonderen Platz im Herzen der Spieler gefunden die Stunden damit verbringen wollen wunderschöne Städte-Dioramen zu errichten, sei es in historischen oder futuristischen Settings.

Während ältere Anno-Titel solchen Spielern stets eine Auswahl an verschiedenen Ornamenten und Schmuckgebäuden geboten haben, hat ihr Gameplay doch immer einen effizienten und leistungsorientierten Baustil bevorzugt. Mit Anno 1800 wollen wir jetzt endlich auch den Spielern mit einem Auge für das Ästhetische die Option geben für ihren bevorzugten Baustil belohnt zu werden.

Städte-Attraktivität – Mehr Macht den Schönbauern!
Mit Anno 1800 werden wir ein neues System das wir die „Städte-Attraktivität“ nennen einführen, wonach die Attraktivität jeder Insel bewertet wird, und sich auf verschiedene Spielaspekte auswirken kann. Insgesamt gibt es dabei sechs verschiedene Kategorien nach denen die Gesamtattraktivität Deiner Insel bemessen wird. Drei positive Kategorien können Dir helfen die Attraktivität deiner Insel auf die nächste Stufe zu heben, während drei negative Kriterien dazu beitragen können, dass deine Stadt an Attraktivität verliert.


Dadurch wird das zuvor eher informelle Schönbauen zu einer eigenen Endgame-Aktivität befördert, bei der das Erreichen der höchsten Attraktivitäts-Stufe zu einer völlig neuen Herausforderung wird. Dabei können Deine Bemühungen durchaus lohnend sein- zum Beispiel, wenn sich unter den Besuchern Deiner Insel besondere Spezialisten befinden die gewisse Aspekte deiner Stadt boosten können.

Werfen wir also zunächst einen Blick auf die drei positiven Kategorien nach denen die Schönheit deiner Insel bewertet wird:

Kultur: Hier werden alle kulturellen Elemente deiner Insel, wie zum Beispiel Ornamente oder kulturelle Gebäude eingerechnet. Dabei zählen natürlich nicht nur aufwendig geplante Parkanlagen, sondern es bietet sich auch ein ganz neuer Anreiz kleinere Lücken zwischen Fabriken und Produktionsgebäuden zu verschönern. Am andere Ende des Spektrums sind aufwendige Projekte wie der Zoo oder die Weltausstellung, die nicht nur beliebte Ausflugsziele für deine Einwohner sind, sondern auch auswärtige Touristen in deine Metropole locken können.

Natur: Die industrielle Revolution hat nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch die Umwelt um uns herum nachhaltig verändert. Mit dem Vormarsch der modernen Industrie wurde unberührte Flecken Natur zusehendes seltener. In dieser Kategorie wird jedes bisschen natürliche Landschaft auf deiner Insel angerechnet, womit deine Bewertung im Zuge deiner industriellen Expansion zurückgehen wird. Hier werden wir in Zukunft noch tiefer ins Detail gehen, aber wir planen dem Spieler hier direkte Einflußmöglichkeiten zu geben in dem er Mutter Natur wertvollen Bauplatz für Gebäude und Fabriken opfert.

Feierlichkeiten: Erinnerst du Dich noch wie wir in einem früheren Blog betont haben, dass Du der Autor deiner Geschichte bist und Deine Taten darüber entscheiden ob dich Deine Bürger als fortschrittlichen Retter oder gnadenlosen Ausbeuter sehen? Wenn dir das Wohlergehen deiner Bürger am Herzen liegt, du alle ihre Forderungen befriedigst und Du ihnen reichlich Attraktionen und Zerstreuung bietest werden sie Dir früher oder später ihre Dankbarkeit zeigen. Feierlichkeiten die deine zufriedenen Bürger abhalten oder Events, wie die große Eröffnung einer Weltausstellung, haben starken Einfluss auf die Attraktivität deiner Insel und locken scharenweise Touristen an. Ähnlich der negativen Vorfälle wie Aufstände, werden auch diese Feiern visuell im Spiel umgesetzt.

Diese drei positiven Kriterien decken alle Möglichkeiten ab mit denen du eine einladende Stadt für Touristen bauen kannst. Aber das Ansammeln von Attraktivitätspunkten ist kein streng linearer Vorgang; vielmehr gibt es auch drei negative Kriterien die deine Wertung herunterziehen oder sogar die Attraktivität deiner Insel herunterstufen können:

Geschmacklosigkeit: Manche Gebäude kann man sich einfach nicht schönreden. Vorbeilaufenden Passanten sind Deine Schweinefarmen (und deren Geruch!) ein Dorn im Auge, während ein paar abgebrannte Ruinen schnell das pittoreske Stadtbild ruinieren können. Hier werden vom System alle unattraktiven, lautstarken oder geruchsintensiven Gebäude miteingerechnet- der Gestank einer typischen Seifenfabrik aus dem 19. Jahrhundert stellt selbst die härtesten Mägen vor eine echte Herausforderung.

Verschmutzung
: Jedes Gebäude hat einen bestimmten Verschmutzungsfaktor, der auch im Spiel selbst visuell angezeigt wird. Während kleine handwerkliche Betriebe lediglich etwas weißen Rauch aus ihren Kaminen produzieren können die schwarz qualmenden Schlote der Hochöfen und Fabriken schnell zu einem Problem für die Lungen deiner Einwohner werden.

Unsicherheit: Anblicke wie eine Horde von aufständischen Arbeitern die durch eine Stadt marodieren können ziemlich verunsichernd wirken. Egal ob bürgerliche Unruhen oder Feuersbrünste, jeder derartige Vorfall wird sich negativ auf die Attraktivität deiner Stadt auswirken- hoffentlich nur temporär!

Finde deinen eigenen Spielstil
Diese Kriterien können Spielern einen echten Balanceakt abverlangen, bei dem jeder positive Aspekt sein negatives Gegenstück hat. Du kannst Dir hier drei grob gegensätzliche Achsen vorstellen: Kultur gegen Geschmacklosigkeit, Natur gegen Verschmutzung und Festlichkeiten gegenüber der Unsicherheit.

Kultur vs. Geschmacklosigkeit: Wendest du Zeit und Geld auf um eine wunderschöne Stadt mit reichlich Ornamenten und kulturellen Gebäuden zu errichten, oder ist es dir die Mühe nicht wert Dir um Ruinen und hässliche Gebäude Gedanken zu machen? Das ist die Kernfrage: Bist du im Grunde Deines Herzens ein Schönbauer, oder ist das Aussehen deiner Stadt zweitranging solange sie effizient funktioniert?

Natur vs. Verschmutzung: Der Mensch war seit jeher bereit sich Mutter Natur im Sinne seiner Interessen zu Nutze zu machen, aber erst mit dem Beginn der industriellen Revolution begann die systematische Ausbeutung in einem bis dato unvorstellbaren Maßstab. Bist du ein Industriemagnat bei dem sich die Umwelt hinter finanziellen Interessen anstellen muss, oder ein Idealist der versucht der zunehmend bedrohten Umwelt Schutz zu gewähren?

Festlichkeiten vs. Unsicherheit: Bis du ein fortschrittlicher, liberaler Denker der sich als Stadtvater seiner Bürger sieht und sie verhätschelt, oder eher als Räuberbaron der mit eiserner Faust regiert um seine finanziellen Interessen zu wahren? Wie deine Bürger über dich denken liegt an Dir allein.
Während wir diese Kriterien hier als philosophische Gegensätze darstellen bedeutet das nicht das sie im Spiel selbst eins zu eins gegeneinander angewandt werden können. Du kannst beispielsweise eine Stadt bauen die eine Oase der Kultur und architektonischer Sehenswürdigkeiten ist, in der aber gleichzeitig ein Meer von qualmenden Schloten in den Himmel ragt. Die Attraktivität deiner Stadt ergibt sich kumulativ aus all diesen Faktoren; du musst also nicht die Anzahl deiner Fabriken zu Gunsten deiner kulturellen Gebäude zurückfahren; stattdessen können deine Parks auch durch die unberührte Natur der nahen Berge oder durch die Feierlichkeiten deiner dankbaren Bürger aufgewertet werden.

Es ist Deine Geschichte- also spiele so wie Du willst
Mit unserem neuen Feature erhalten die klassischen Endgame Akvititäten, wie das kontrollieren der Weltwirtschaft oder Militärische Dominanz zu erringen, weitere Gesellschaft. Wir wollen allen Arten von Anno-Spielern ein sinnvolles Spielerlebnis bieten, bei dem eine gleichermaßen attraktive wie wirtschaftlich erfolgreiche Stadt aufzubauen nicht nur sehr fordernd, sondern auch überaus lohnreich ist. Zudem betonen wir häufig das du deine Spuren in der Welt von Anno 1800 hinterlassen können sollst, weshalb die Attraktivität deiner Insel natürlich auch deinen Ruf und deine Beziehungen mit anderen Charakteren in der Spielwelt beeinflussen wird.

Wir haben auch kurz Touristen und großflächige Projekte wie den Zoo erwähnt. Das sind nur zwei Beispiele für Features die nicht nur komplett neu für die Anno-Serie, sondern auch unmittelbar mit der Attraktivität deiner Insel verknüpft sind. In unserem nächsten DevBlog wollen wir uns einem anderen grundlegenden – wenn auch bereits vertrauten – Element von Anno 1800 widmen. Aber keine Angst: Wir werden in naher Zukunft zum Thema Schönbauen zurückkehren mit dem zweiten Teil dieses DevBogs.

Während du an dieser Stelle Dir vielleicht schon die Horden an Besuchern ausmalst die alle ein kleines Vermögen in deiner Stadt lassen sind wir natürlich neugierig deine Gedanken zu hören. Hierbei handelt es sich um ein signifikantes neues Feature, dementsprechend kann Dein Feedback hier für uns besonders wertvoll sein. Wir freuen uns auf die Kommentare!

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DevBlog: Update zum Militär in Anno 1800

Heute wollen wir Euch ein Statusupdate zum militärischen Gameplay und den Landeinheiten in Anno 1800 geben.

Letzten Herbst haben wir die Diskussion zum Thema „Militär in Anno 1800“ mit zwei DevBlogs hier auf der Union Webseite („Die Kunst des Krieges Teil Eins und Zwei“) gestartet, in denen wir die wechselhafte Geschichte der Anno-Kriegsführung und ihre verschiedenen Umsetzungen im Laufe der Jahre beleuchtet haben. Im Laufe dieser Blogs haben wir auch angekündigt, unseren Fokus auf ein großartiges Aufbauspielerlebnis und die wirtschaftlichen Aspekte des Spiels, sowie auf erweiterte und tiefgründigere Seeschlachten legen zu wollen und aus diesem Grund in Anno 1800 auf Landeinheiten zu verzichten. Allerdings haben wir Euch damals aufgrund des leidenschaftlichen Feedbacks aus der Community versprochen, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken und nach Möglichkeiten zu suchen, wie wir Landeinheiten doch noch ins Spiel einbauen könnten.

Seitdem haben wir hier im Team nicht nur viel Zeit damit verbracht Euer Feedback zu dem Thema zu besprechen, sondern auch Veteranen aus der Anno Union zu uns ins Studio eingeladen um mit ihnen über das militärische Gameplay in Anno und ihre Erwartungen zu diskutieren. Basierend auf diesem ausführlichen Feedback und den Wunschlisten der Spieler, machten wir uns daran mögliche Spieldesigns für Landeinheiten zu entwickeln die den Erwartungen unserer Spieler gerecht werden würden, ohne negative Auswirkungen auf die Qualität und den Umfang unserer anderen geplanten Inhalte und Features zu haben.

Auf Grund des Community-Feedbacks zu Anno 2205 ist unsere absolute Hauptpriorität für 1800 ein großartiges Aufbauspiel zu erschaffen, das unseren Fans all die Spieltiefe und Widerspielbarkeit bietet, die sie seit 20 Jahren von der Marke „Anno“ erwarten. Gleichzeitig ist es uns ebenso wichtig, dass alle Spielelemente die hohen Qualitätsstandards, die wir als Entwicklerteam von uns selbst erwarten, treffen. Leider versprach keines der Designs, das wir im Laufe der letzten Monate erarbeitet haben, diese Qualitätsstandards zu erfüllen, ohne dabei negative Auswirkungen auf andere Features zu nehmen. Zudem sind wir davon überzeugt, dass ein Zurückschrauben der Spieltiefe bei den wirtschaftlichen Aspekten, die seit jeher das Herzstück von Anno sind, zu Gunsten eines erweiterten Militärparts unserem Ziel ein herausragendes Aufbauspiel zu entwickeln einen Bärendienst erweisen würde. Daher haben wir als Team schweren Herzens die Entscheidung getroffen an unserem ursprünglichen Plan, uns auf erweiterte Seeschlachten zu konzentrieren und auf Landeinheiten zu verzichten, festzuhalten.

Uns ist bewusst, dass diese Entscheidung nicht das ist was sich Teile von Euch erhofft haben, aber unser Ziel mit der Anno Union war immer Transparenz gegenüber unserer Community – auch, und besonders, dann wenn es um Neuigkeiten geht die einige von Euch enttäuschend finden werden. Wir freuen uns darauf in den kommenden Monaten bis hin zum Release des Spiels weitere Details zu allen Aspekten von Anno 1800, inklusive den Seeschlachten und den verschiedenen Möglichkeiten feindliche Inseln zu übernehmen, mit Euch zu teilen.

Das Anno 1800 Team

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DevBlog: Künstler und Schöngeister

Begebe Dich in den lokalen Coffee Shop Deiner Wahl (vorzugsweise den mit Unmengen von vapenden Kunden und einem cleveren Wortwitz auf einer Kreidetafel vor dem Eingang), und du kannst einen gestresst dreinschauenden Herrn sehen wie er zwischen den Tischen umhertanzt um die Wünsche der Kunden zu erfüllen ohne dabei seine sorgfältig gepflegte Coiffure und den prächtigen Bart durcheinanderkommen zu lassen.

Versuche „einfach irgendeinen Tee“ bei ihm zu bestellen, und Du wirst einen fast schon gekränkten, in jedem Falle aber ungläubigen Blick ernten- denn dieser Mann ist ein Perfektionist, ein Romantiker, und vor allem ein Künstler.

Und das trifft auf alle Künstler in Anno 1800 zu. Sie sind die personifizierte, pixelgewordene Romantik des 19. Jahrhunderts, gefangen in einem ewigen Kreislauf zwischen zu Tode betrübter Verzweiflung und himmelhochjauchzendem Delirium. Sie ziehen ihre Inspiration aus verträumten Idyllen, Waldnymphen, Cherubim und den bleiernen Dämonen des Fegefeuers. Ihre Arbeit ist nicht einfach Arbeit; sie ist Kunst, und damit weit mehr als lediglich das Produkt einer sorgfältigen Ausbildung und jahrelanger Übung. In ihren Augen gibt es keine Alternative zu der Ausübung ihres geliebten Kunstwerkes, selbst wenn es ein Leben in bitterer Armut bedeuten sollte.

Und zumindest für den Moment sind sie diesem Netz entkommen. Sie sind dem Höllenschlund von gedrängten Fabriken und Knochenjobs entkommen und haben eine neue Würde und Freiheit für sich entdeckt. Als Konsequenz daraus leben sie in einem ständigen Widerspruch- auf der einen Seite ewige Dankbarkeit für die Chance die ihnen gegeben wurde, auf der anderen unrealistisch hohe Ansprüche (auch an andere, in erster Linie aber an sich selbst).

Sie sind die klassische Mittelklasse, die Zwischenmänner die sich in zwei Richtungen gezogen fühlen. Behandle sie schlecht und sie werfen sich dramatisch in ein dorniges Gestrüpp; stelle sie zufrieden, und sie werden Dich feiern als ob Du ein Gott in einem antiken Pantheon wärest.

Aber das wichtigste ist: Egal was Du tust, ermutige sie nicht dazu ihre kitschige Poesie zu rezitieren.

(Anmerkung: Da wir noch nicht mit der Lokalisierung des Spiels begonnen haben ist der Name „Künstler“ noch nicht final).

Ein Design für die Schöngeister des 19ten Jahrhunderts
Geschickte Handwerker. Lebenslustige Mittelklasse. Dieser süße Ausblick auf Wohlstand für die von ihrer Kreativität getriebene Allgemeinheit. Künstler sind Ästheten, ihre Gedanken sind beflügelt von all den neuen Möglichkeiten, die ihnen der Aufbruch in die Moderne bietet. Allerdings sind sie sich durchaus bewusst, dass dieser Erfolg auf hart erlernten Fähigkeiten beruht, sowie ihrem nur allzu oft unterschätzten Geschäftssinn. Ihr Kunsthandwerk ist ein Wunder erschaffen mit modernsten Techniken und Materialien, gepaart mit der Liebe für Kunst und einem feinen Auge zum Detail. Und als der neue Mittelstand stellen sie die Brücke zwischen der einfachen Landbevölkerung, den Arbeitern und der abgehobenen Elite in ihren Elfenbeintürmen dar.

Während ihr Blick überheblich wirken mag, beruht ihr Stil nicht auf einem aristokratischen Erbe und ihr Selbstwertgefühl ist sicherlich nicht einfach geerbt. Wir wollten, dass unsere Künstler ein gewisses Ansehen und hart erarbeitete Fähigkeiten vermitteln, während sie immer noch eher in dem einfachen Volk als in der aus dem Adel entspringenden Elite verwurzelt sind.
Ihr unterschiedlichstes Handwerk war in der sich wandelnden Gesellschaft gefragt – wenn Ihr die Porträts und Design Konzepte beobachtet, sollt ihr förmlich fühlen, dass die Künstler sich dieses Umstandes sehr wohl bewusst sind. Sie vermitteln Selbstbewusstsein und eine Portion Abgehobenheit, aber als Teil der gebildeten Schicht durchaus eine gewisse Skepsis. Sie widmen sich der Perfektion Ihres Kunsthandwerks am Tag, während sie sich für die langen Nächte in kecke Anzüge werfen um exotische Spezialitäten zu erkunden, oder um sich im neu eröffneten Kabarett inspirieren zu lassen.

Die Künstler in Anno 1800 sind ausdrucksstark, verspielt und interessiert an allem Exotischen und Neuem. Sie sind intellektuell, exzentrisch, teilen aber auch eine gewisse Bodenständigkeit – dies alles soll sich auch in ihren Wohngebäuden widerspiegeln. Man kann sagen, dass ihre Häuser voll von Begeisterung für alle Neuerungen des neuen Jahrhunderts sind. Nachdem Ihr die letzte Bevölkerungsstufe damit verbracht habt, das Rückgrat Eurer Wirtschaft aufzubauen, sollen die neuen Häuser Eure Augen mit ihrer verspielten Detailverliebtheit belohnen.

Gameplay: Komplexität und ein Fächer voller Möglichkeiten
Die ersten beiden Bevölkerungsstufen stellen den Anfang einer Anno 1800 Sitzung dar, in der Ihr erst einmal die Grundsteine für die Infrastruktur zur Versorgung Eurer späteren Metropole legt. Die Künstler sind dann der Aufbruch ins Mid-Game, das Eure zuvor entwickelten Fähigkeiten testen wird, aber auch neue Features bietet, die Eurer strategisches Repertoire erweitern werden.
Sie stellen die gebildete Mittelklasse da, welche durch Ihren großen Hunger nach Gütern aus der großen weiteren Welt wesentlich komplexer zu erfüllende Bedürfnisse weckt. Waren werden exotischer, moderner und fordern Euch mit wesentlich verschachtelten Produktionsketten heraus.

Die Erfindung der Stahlträger modernisierte zwar die Architektur, aber die neuen und visionären Städtelandschaften wurden vor allem durch Glas aus Massenfertigung und verzierten Fenstern geprägt. Mit dem Erreichen der dritten Bevölkerungsstufe werden Glasfenster als neue Baumaterial eingeführt und deren Produktionskette wird die Zusammenarbeit von verschiedensten Arbeitskräften verlangen.

Mit nun drei verschiedenen Typen von Arbeitskraft, welche sich in komplexeren Produktionsketten verzahnen, könnt Ihr euren Einfluss auf das Arbeitskraft-System voll auszunutzen. Gezielt die Produktion von bestimmten Betriebsarten anzutreiben kann dabei den Unterschied zwischen einer optimierten oder platzverschwenderischen Industrie ausmachen. Gerade auf Handel konzentrierte Spieler können somit gezielt Produktionsüberschuss für ihre Handelsrouten produzieren, während sie dabei genug Baufläche für das Wachstum ihrer Stadt freihalten.

Wenn mehr Künstler sich in Eurer Stadt ansiedeln, werdet Ihr Zugriff auf modern Produktionen und öffentliche Gebäude erhalten. Wie erwähnt geht die gesteigerte Komplexität mit neuen Features und erweiterten Optionen einher, um Euren eigenen Spielstil zu unterstützen. Spezielle Gebäude, besondere Gegenstände und technische Wunderwerke können dabei Eure Produktion weiter anfeuern, Einfluss auf die Bevölkerung nehmen oder die Attraktivität Eurer Stadt beeinflussen.

Die Künstler haben sich ihren Namen sicherlich verdient gemacht, und so kann es sich natürlich nicht alles um Industrie und Wirtschaft drehen. Es ist die dritte Bevölkerungsstufe, in der Ihr anfangen könnt, richtigen Profit aus dem Schönbau und der Anziehungskraft Eurer Stadt zu schlagen.

Die Schöngeister unter Euren Bewohnern werde dabei gerne ihr Handwerk zur Verschönerung Eurer Metropole zur Verfügung stellen. Wird Eure Stadt dadurch ansehnlicher, werden schon bald Touristen Eurer Insel einen Besuch abstatten und dankbar den einen oder anderen Penny in den von Euch errichteten Attraktionen springen lassen. Verschiedenste Verzierungen und Ornamente bis hin zu beindruckenden Bauvorhaben wie den Zoo haben einen bedeutenden Einfluss auf den Anblick und die Anziehungskraft Eurer Stadt.

Eine Fülle an kommenden Inhalten
Gegenstände um Eure Herangehensweisen freier zu gestalten oder große Projekte wie der Zoo sind nur ein kleiner Vorgeschmack auf viele neue Inhalte, die das Gameplay von Anno 1800 bereichern. Von der Planung, der Konstruktion bis hin zur Beschaffung der gefragten und teilweise seltenen Gegenstände, jedes dieser Themen bietet genug Material für einen eigenen DevBlog. Die Künstler für Eure Stadt freizuschalten hat reichhaltigen Einfluss auf das Spiel, wir haben quasi die Tür geöffnet um diese Inhalte in kommenden Blogs genauer beleuchten zu können.

Von all den heute angerissenen Spielelementen, was reizt Euch eigentlich am meisten? Wollt Ihr mehr darüber erfahren, wie wir Schönbau als eigenen Spielstil fördern wollen oder wie die Modernisierung der Gesellschaft neue Technologien und Möglichkeiten bringt, um Eure Wirtschaft anzukurbeln?

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DevBlog: Arbeitsbedingungen

Deine Angestellten sind ein mustergültiges Bild an Fokus und Effizienz; Reihe um Reihe gebückte Gestalten die zitternd an ihren Arbeitsplätzen kauern.

Ihr Atem kondensiert in der kalten Februarluft an den längst gefrorenen Rohren. Der Schuppen ist so weitläufig, dass sie genauso gut im Freien arbeiten könnten.

Dann macht ein geflüstertes Gerücht die Runde- sie sagen, dass Du heute persönlich zu Besuch kommst. Könnte das die seit langem sehnlich herbeigesehnte Schließung der Manufaktur bis Frühjahr bedeuten?

Die großen Tore werden für Dich weit aufgerissen. Das erste was die Arbeiter von Dir sehen ist das Ende deines silberverzierten Gehstocks, dicht gefolgt von strahlend weißen Gamaschen. Entschlossenen Schrittes begibst Du Dich zu dem vorbereiteten Podium.

„Um fünfzehn Prozent ist die Produktion zurückgegangen- FÜNFZEHN PROZENT!“ Um Deine Worte zu untermauern schlägst du deinen Gehstock gegen eine Blechwand. „Im Winter ist es immer kalt, das ist keine Ausrede. Gewöhnt euch gefälligst daran! Ihr werdet Nacht für Nacht arbeiten bis ihr die Produktionsrückstände aufgeholt habt, oder ich reiße diesen ganzen nutzlosen Laden hier einfach ab“

Ein Schnalzen mit der Peitsche, und deine schwarze Droschke entschwindet in Richtung deines luxuriösen Anwesens in die bitterkalte Nacht. Ja. Du bist ausbeuterischer Abschaum.

Ein noch genauerer Blick auf die Arbeitskraft
Zuvor haben wir das Thema in unserem Blog über die Bevölkerungsstufen angerissen und heute wollen wir uns etwas genauer mit der Arbeitskraft in Anno 1800 auseinandersetzen. Wie Ihr bereits wisst, stellt jede Bevölkerungsstufe ihre eigene Arbeitskraft zur Verfügung. Diese sind jedoch nicht auf die Produktionsketten der eigenen Stufe beschränkt, stattdessen teilen wir die Arbeitskraft auf bestimmte Typen von Betrieben auf.
Mehr fortgeschrittene Bevölkerungsstufen werden weitere ländliche Betriebe freischalten, welche allerdings immer noch Bauern für die Produktion benötigen. Da jeder Stufe der Arbeitskraft dem jeweiligen Typ von Produktionsbetrieb fest zugewiesen ist, werdet Ihr jedoch keine höher Stufen wie Arbeiter in einem landwirtschaftlichen Betrieb an die Arbeit bringen können.

Jede Stufe der Arbeitskraft verrichtet Ihr Werk in einem bestimmten Typ von Produktionsgebäude, die nicht auf die jeweilige beschränkt sind.

Mit unserem neuen System verlieren Bewohner aus den niedrigeren Stufen niemals Ihren Nutzen und schaffen neue Herausforderungen für den Ausbau Eurer Siedlung.
Arbeitskraft wird für jede Insel eigenständig berechnet und es obliegt Euch, ob Ihr zur Versorgung Eurer Produktionsinseln eigene Siedlungen errichtet, oder Tagelöhner von einer anderen Siedlung transferiert.
Sollte nicht genug Arbeitskraft von einem Typ für Eure Produktion zur Verfügung stehen, wird die Produktivität anteilig im Verhältnis zu den fehlenden Arbeitern reduziert. Sollten Euch also ein Viertel der Arbeiter fehlen, um Eure Stahlschmelze zu besetzen, wird die Produktivität der Fabrik um 25% gesenkt. Die Arbeitskraft ermöglicht eine natürlichere und auch flexiblere Balance zwischen den Stufen einer Stadt. Uns von dem alten linearen Weg – durch die Stufen fortzuschreiten – sowie den Aufstiegsrechten zu trennen macht das System vielschichtiger, glaubwürdiger und erlaubt vor allem mehr strategische Freiheiten für den Spieler.
Aber die Arbeitskraft auf verschiedene Typen aufzuschlüsseln stellt hierbei nur die Basis dar, denn es ermöglicht erst spielerischen Einfluss auf die Arbeitsbedingungen Eurer Bewohner zu nehmen, um Eure Wirtschaft besser steuern zu können.
Hier ein Beispiel in eine Produktionskette der zweiten Stufe, in der verschiedene Arbeitskräfte in Produktionsbetrieben beider Stufen benötigt werden.

Ihr seid am Hebel, die Arbeitsbedingungen in Anno 1800
Stahlträger, Glas aus Massenfertigung und andere modern Produktionsprozesse, wie das Fließband, förderten das massive Wachstum unserer modernen Städte. Während die neu aufkommenden Fabriken die Wirtschaft auf nie da gewesene Weise beflügelten, war die Zeit der industriellen Revolution aber auch für Ihre Arbeitsbedingungen berüchtigt: zum Teil mehr als 12 Stunden lange Arbeitstage unter (für unser modernes Verständnis) härtesten Bedingungen.
Ihr sollt dabei alle Freiheiten haben, die Arbeitsbedingungen in Eurer Firma bis ins Detail zu bestimmen. Egal ob Ihr kurzfristig Eure Stahlfabriken ankurbelt, um im Wettrüsten mithalten zu können, ob Ihr Euch als moderner Sozialist seht, der die Bevölkerung mit kürzeren Arbeitstagen belohnt, oder ob Ihr rücksichtslos Eure Arbeitskräfte an die Grenzen treibt. Genau wie gearbeiteter Stahl wird alles und jeder ab einem gewissen Punkt brechen.

Wir geben Euch also die Werkzeuge an die Hand, um die Bedingungen auf jeder Eurer Inseln zu manipulieren. Einfach ausgedrückt könnt Ihr Euch dazu entscheiden, Eure Bevölkerung länger und härter arbeiten zu lassen, um Eure Wirtschaft anzukurbeln oder mangelnde Arbeitskraft zu kompensieren. Wir erlauben Euch außerdem, die Arbeitskraft für jeden Typ Produktionsgebäude separat einzustellen. Ein Engpass an Eisenerz bremst gerade Eure Waffenproduktion? – Treibt einfach Eure Kumpel in den Minen an, um gezielt die Produktivität aller Eisenminen auf einer Insel zu steigern, während andere Betriebe davon unberührt bleiben.

Arbeiter entwickelten sich zu einer stolzen neuen Klasse von Bürgern, zusammengeschweißt durch harte Arbeit und einem Gefühl von Gemeinschaft.
Die Arbeitsbedingungen auf Kosten Eurer Bürger auszureizen hat Konsequenzen, da es Einfluss auf die Zufriedenheit Eurer Bevölkerung nimmt. Wenn Ihr nur die Bedingungen für eine bestimmte Produktionskette verändert, wird das System hierbei den genauen Anteil der Arbeitskraft in die Berechnung mit einbeziehen, der von den Veränderungen betroffen ist. Sollten beispielsweise 25% Eurer Arbeiter in den genannten Eisenminen arbeiten, wird der Effekt auf die Zufriedenheit der ganzen Arbeiterklasse auch nur zu einem viertel berechnet.

Haltet also ein Auge auf Eure Bevölkerung um Anzeichen für Unruhe früh genug zu erkennen und um Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Eure arbeitenden Bürger haben Ihre Grenzen: wenn der Faden reißt, könnte Eurer Stadt ein ausgewachsener Streik drohen.

Zeigt Ihr Euch im Gegenzug dazu als Modernist und tretet sogar für bessere Arbeitsbedingungen in Euren Betrieben ein, wird Eure Bevölkerung ihrer Dankbarkeit Ausdruck verleihen.
Arbeitsbedingen sind nur einer der Faktoren, mit denen Ihr Einfluss auf die Zufriedenheit Eurer Bevölkerung nehmen könnt. Clevere Wirtschafter finden sicherlich Wege die Arbeitsbedingungen auszureizen und gleichzeitig die Zufriedenheit der Bevölkerung sicherzustellen, oder vielleicht wollt Ihr sogar Eure Wirtschaft ohne Rücksicht auf das Volk maximieren und verlasst Euch auf die Autorität der Polizei, um Ordnung in Eurer Stadt zu bewahren.

Zufriedenheit und Freiheit
Die Stimmung Eures Volkes beeinflusst das Gameplay und Ihr habt verschiedene Möglichkeiten, darauf einzuwirken. Da Arbeitsbedingungen nur eines dieser Werkzeuge sind, werden wir die anderen Features in zukünftigen Blogs genauer beleuchten. Wir sind gespannt, wie Ihr unser System der verschiedenen Arbeitskräfte und Arbeitsbedingungen findet. Freut Ihr Euch schon darauf, damit herumzuspielen und denkt darüber nach, wie Ihr bis ins kleinste Detail Eure Produktion zu einer boomenden Wirtschaft führt? Vielleicht zeigt Ihr Euch auch als Altruist, der dem Volk etwas zurückgeben möchte oder als Spieler, der sich an den Freiheiten und all den kleinen Geschichten erfreut, die sich durch das neue System ergeben?

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